Die Ölpreise starten aktuell mit leichten Abschlägen in den Tag, nachdem sie sich gestern nach weiteren Gewinnen einem Ein-Monats-Hoch genähert hatten. Angesichts der Tatsache, dass die Ölpreise seit Montag um 2 % gestiegen sind, stehen die Chancen weiterhin gut, dass die Ölmärkte den dritten Wochenanstieg in Folge verbuchen können.
Drohungen Trumps zeigen bereits Wirkung
Die Preissteigerungen kamen zustande, nachdem US-Präsident Donald Trump am Dienstag neue Zölle in Höhe von 25 % auf potenzielle Käufer von venezolanischem Rohöl verhängt hatte. Der potenzielle Verlust venezolanischer Rohölexporte wird nach Einschätzung von Rohstoffexperten das Marktangebot einengen.
Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass der Handel mit venezolanischem Öl und seinem Hauptabnehmer China ins Stocken geraten ist. Quellen berichten zudem, dass in Indien der weltweit größte Raffineriekomplex die Einfuhr von Öl aus dem südamerikanischen Land einstellen wird.
Indien blockt russischer Öl
Neu-Dehli verweigerte gestern zudem dem unter tansanischer Flagge fahrenden Tanker „Andaman Skies“ mit russischem Rohöl an Bord die Einfahrt in einen indischen Hafen. Damit signalisierte das bevölkerungsreichste Land der Welt, dass man die Kontrolle von Schiffen, die Öl aus Russland transportieren, wohl weiter verstärkt. Noch im Dezember 2024 war das Schiff problemlos in indische Häfen eingelaufen.
Indien ist in den letzten Jahren zum größten Importeur von russischem Rohöl aufgestiegen, wobei russisches Öl im vergangenen Jahr etwa 35 % seiner gesamten Rohölimporte ausmachte. Die Regierung in Neu-Dehli steht jedoch aufgrund der US-amerikanischen und europäischen Sanktionen gegen russische Ölexporte unter Druck.
Zollkrieg zwischen USA und EU eskaliert
Neben den von den USA auferlegten Restriktionen von Ölimporten, haben Marktteilnehmer die zunehmende Eskalation im Zollkrieg der USA mit dessen Handelspartner als stärksten Gegenwind für weiter steigende Ölpreise ausgemacht. Zölle haben die unangenehme Eigenschaft die Wirtschaft der betroffenen Staaten zu bremsen und damit die Ölnachfrage zu dämpfen.
Zur Wochenmitte hatte US-Präsident Donald Trump seinen Plan vorgestellt, ab dem 2. April Zölle in Höhe von 25 % auf importierte Autos und leichte Nutzfahrzeuge zu erheben, während die Zölle auf Autoteile am 3. Mai in Kraft treten sollen.
Gestern drohte Trump seinem Nachbarn Kanada und der Europäischen Union weitere Zölle an, falls diese sich in ihrer Reaktion auf die US-Zölle zusammenschließen sollten. Ein Sprecher der EU-Kommission kündigte gestern in einer Erklärung an, „dass eine Reaktion rechtzeitig erfolgen wird, die gut abgestimmt und robust sein wird und dass sie die beabsichtigte Wirkung erzielen wird“.
Kaum Bewegung bei den Heizölpreisen
Angesichts der Tatsache, dass heute im frühen Handel kaum Bewegung bei Gasöl, dem Vorprodukt für Diesel und Heizöl, zu beobachten ist, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet je nach Region maximal –0,10 Euro bis +0,20 Euro pro 100 Liter weniger, bzw. mehr bezahlen als noch am Donnerstag.
Source: Futures-Services